Freundschaften

Ein Blogeintrag von einer sehr guten Freundin hat mich dazu gebracht meinen heutigen Beitrag an Ihren anzulehnen. Ich habe mir über das Thema Freundschaft mal Gedanken gemacht.

 

Den Beitrag von meiner Freundin findet ihr übrigens hier:

https://traumverwoben.wordpress.com/2017/11/02/ihr-werdet-immer-fehlen/

 

Ich bin 34 Jahre alt und habe im Laufe der Zeit viele Leute getroffen. Ich habe viele Freundschaften gehabt, diverse Cliquen und Bekannte. Als ich jünger war, so im Alter von sweet 17 habe ich gedacht das diese Freundschaften ewig halten. Ich hatte da diese Clique und es lief längere Zeit alles super. Dann fing der eine an zu reden, der nächste lästerte hinter dem Rücken und und und. So zerbrach dies irgendwann. Damals ging für mich eine Welt unter. Ich fühlte mich hintergangen. Allein und verlassen. Inzwischen weiss ich: das ist der Lauf der Dinge. Freundschaften kommen und gehen.

Freundschaften ändern sich mit diversen Lebensabschnitten und Interessen. Ich habe gelernt das zu akzeptieren. Ich habe gelernt Leute gehen zu lassen. Immer habe ich versucht nicht allzu traurig zu sein. Denn daran ist nichts schlechtes. Wenn es eben nicht mehr passt dann ist das ok.

Ich habe jedoch eine konstante in meinem Leben und ich weiss das ist nicht selbstverständlich. Eine meiner besten Freundinnen habe ich seit der 5.ten Klasse. Diese Freundschaft war auch ständig in Bewegung. Mal hatten wir kaum Kontakt, dann wieder täglich. Unsere Freundschaft hat sich stetig geändert und somit hat Sie sich zu etwas ganz besonderem entwickelt. Meine Idee am Freitag, dass wir ja nächstes Jahr auf ein Festival gehen konnten wurde nach kurzer Überlegung mit einem “ja geil ich bin dabei kommentiert”. Auf Sie ist noch verlass. Die macht jeden scheiss mit mir mit ohne groß nachzudenken. ❤

Inzwischen habe ich ein paar konstante Freunde in meinem Leben die mir sehr wichtig sind. Dieses “beste Freundin” gibt es in der ursprünglichen Form gar nicht mehr be mir. Ich habe Freunde da weiss ich, die stehen mir immer bei, die hören mir immer zu. Besonders die, mit denen ich den ganzen Tag quatschen oder texten könnte. Egal ob ich ein Bild von meiner Katze schicke, meinem Mittagessen oder zum xten mal darüber meckere wie blöd die Arbeit doch heute ist. Diese Freunde hören mir immer zu und kommentieren alles brav ohne genervt zu sein.

Dann gibt es die Art von Freunden mit denen man Spaß haben kann oder einfach nur scheiss macht. Mit denen redet man nicht über Jobfrust oder Beziehungsfrust oder kranke Verwandte oder Familenprobleme. Man trifft sich, hat Spaß, macht scheiss und hatte eine geile Zeit. Mehr brauchen diese Freundschaften nicht und mehr verlangt man auch nicht von Ihnen. Es ist nicht so, dass dies schlechtere Freunde sind als andere, diese erfüllen nur eine andere Aufgabe im Freundschaftsuniversum. Es heisst auch nicht, dass wenn ich mit jemanden nicht über meinen Kummer reden will, dieser ein schlechter Freund ist. Ganz im Gegenteil. Diese erfüllen nur einen anderen wichtigen Teil den man gerade braucht.

Jetzt kommt auch das Phänomen Facebook ins Spiel. Dort findet man alte Freunde aus Kindertagen, Schulzeiten, whatever.

Vor kurzem habe ich dort mit einer ehemaligen Freundin getextet. Wir kannten uns aus Schulzeiten. Danach haben wir uns aus den Augen verloren. Irgendwann wieder auf Facebook gefunden. Dort mal getextet und ich habe Sie sogar schon besucht. Es war immer alles herrlich und wunderbar. Das ist es bis heute. Letztens hat es sich ergeben das wir getextet haben. Seit 2,5 Jahren haben wir dies nicht mehr getan. Es war einfach so herrlich und lustig. Es war als wäre nie soviel Zeit vergangen und als wären wir immer noch 16. Wir haben uns darüber totgelacht das man oft versucht alte Bekanntschaften / Freundschaften aufrecht zu erhalten. Wo dann häufig die Gespräche so laufen:

“Ja heeeey, naaaaa? Du hier? Ne was ein Zufall.” – “Ja heyyy, ne dich hier zu sehen. Na wie läufts denn so?” – “Ja, und bei dir so? Ja alles gut.” – “Ja bei mir ist auch alles gut. Haben uns ja ewig nicht gesehen.” – “Ja echt jetzt. Ist auch echt noch schönes Wetter heute”. – “Ja total. Aber hey ich bin gerade auf dem Sprung und muss auch schon weiter”. – “Dann will ich dich nicht aufhalten. Wir müssen uns mal wieder sehen.” – “Ja auf jeden! Bis dann”. Ein weiteres Treffen ist nicht absehbar. Man will das auch nicht. Zuwinken hätte auch gereicht.

Freunde die einem nicht böse sind wenn man sich mal 2,5 Jahre nicht gemeldet hat, die sind gold wert. Die wissen selber wie busy man immer ist und das auch noch vieles anderes im Leben passiert. Da freut man sich wenn man voneinander hört. Ich bin nie böse wenn ich ewig nichts von einem höre. So ist das nunmal. Man kann nicht jeden Kontakt super gut pflegen. Dafür ist zu wenig Zeit. Auch wenn das in Zeiten von Facebook und Whats App einfacher sein sollte, hat der Tag trotz allem nur 24 Stunden. Und da muss man ja auch noch arbeiten. Ebenfalls Essen und Schlafen ist essentiell. Da machste nix.

Ich habe mal versucht alte gute Freundschaften wieder aufzunehmen und wurde öfter enttäuscht. Ich behalte die guten Zeiten in Erinnerung. Denke an die geile Zeit zurück. Einen Schulkameraden aus der 10.ten Klasse habe ich vor einigen Jahren wieder gefunden. Bzw. er hat mich gefunden. Wir wurden erst Freunde in der 10.ten Klasse. Nach der Schule haben wir uns aus den Augen verloren. Oft habe ich an ihn gedacht und mich gefragt wie es ihm geht. Dann eines Tages, bekam ich eine E-Mail. Er hatte meine E-Mailadresse herausgefunden und ab dem Tag hatten wir wieder Kontakt. Allerdings haben wir uns bis heute nicht getroffen. Wir hatten diverse Ansätze aber irgendwann meinte ich zu ihm “ich habe Angst das wir uns Treffen und uns dann nichts zu sagen haben”. Bis heute haben wir uns nicht gesehen.  Klingt total bescheuert, aber irgendwie ist es auch ok. Freundschaften sind halt alle anders und es ist nicht immer ein Treffen notwendig.

Ich danke in vielerlei Hinsicht dem Internet. So kann man immer ein wenig am Leben der Leute teilhaben ohne direkt dabei zu sein.Beispielsweise die liebe Iris. Diese lernte ich über Ihren Nagellack Blog kennen: https://irmaslackwiese.wordpress.com/  Inzwischen ist Sie auch hier unterwegs: http://www.mehr-als-juwelen.de/   Wir haben uns einmal in Köln getroffen und es war ein richtig netter Nachmittag. Seitdem haben wir uns nie wieder gesehen. Was nicht bedeutet das ich Sie nicht leiden kann. Es war wirklich toll. Aber jeder hat sein Leben und an gewissen Punkten kommt man mal zusammen. Ich sehe was Sie macht auf Instagram oder ihren zwei Blogs. Gern lese ich Ihre Beiträge und schaue was Sie so macht und wie es ihr geht. So brauche ich quasi selten fragen “Na, was machst du so?”. Ich verfolge Ihr Leben ein wenig mit. Deswegen mag ich Facebook gern und auch Blogs. Dort sieht und liest man häufig auch Dinge die man sonst nicht so unter 4 Augen hören würde. Hat alles Vor- und Nachteile.

Deswegen habe ich akzeptiert:

Freundschaften sind immer im Wandel und jede einzelne ist anders. Das ist nichts schlechtes. So wie wir uns verändern, verändern sich auch unsere Freundschaften. Akzeptiert es, schliesst euren Frieden damit. Es liegt nicht immer an Euch. Verschiedene Interessen, Entwicklungen und viele andere Dinge tragen dazu bei das man auch neue Freunde hat und alte Freunde gehen lassen muss. Ich habe damit meinen Frieden geschlossen.

Thats life. 🙂 Schönen Tag noch.

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4 thoughts on “Freundschaften

  1. Du beschreibst das alles, was ich nicht mehr sagen konnte oder wollte. Ich wünschte, man könnte viel leichter abschließen. Das ist schon schwierig. Aber alles verändert sich. Ja, wir bleiben niemals stehen.

  2. Mit diesem Beitrag sprichst du mir richtig aus der Seele. Freundschaften aus meiner Jugend bestehen kaum noch, bis auf eine. Wir sehen uns nur äußerst selten, vielleicht einmal im Jahr, meistens weniger. Wir stehen aber über email in Kontakt und beide wissen wir, dass sich die eine auf die andere verlassen kann, ganz ohne Hintergedanke oder Gegenleistung. Wir sind für einander da, wenn einer es braucht.
    Auch diese “Freizeitfreundschaften” kann ich bestätigen, nette Leute mit denen man sich umgibt um Spaß zu haben, Sport zu treiben usw. aber ohne sie mit privaten Problemen zuzukleistern. Tun auch gut und braucht man auch 🙂

    • Das Wichtige ist das man weiss das da Leute sind auf die man sich verlassen kann. Man kann halt auch nicht immer alle Kontakte pflegen. Oft habe ich auch festgestellt das Kollegen immer Kollegen bleiben. Selten werden daraus Bekanntschaften oder Freundschaften außerhalb der Arbeit. Das ist aber okay. 🙂

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